Rassekatzen erholen sich nur langsam

Tierheimchefin Rosi Pfumfel zeigt mit Schmusi eines ihrer Sorgenkinder. Die Katze nähert sich Menschen allmählich wieder an.

Mitte August nahm die Leisniger Tiernothilfe acht kranke Vierbeiner auf. Sie stammen aus Schweikershain. Dort war eine Halterin mit den mehr als 80 Exemplaren offenbar überfordert.

Von Marion Gründler
erschienen am 16.10.2017

Schweikershain/Leisnig. Schmusi ist scheu. Nur langsam nimmt die Katze Kontakt zu den Tierheimmitarbeitern auf. Inzwischen zwar von Flöhen und Würmern befreit, leidet das Tier noch immer an den Folgen von Unterernährung. Die geschätzt etwas mehr als ein Jahr alte Siamkatze wurde wie etwa 80 weitere Rassekatzen Mitte August aus einem Wohnhaus in Schweikershain geholt. Die Tiere wurden in Tierheimen der Umgebung untergebracht.

„Wir wurden vom Amtstierarzt um Hilfe gebeten“, beschreibt Claudia Richter-Kircheis vom Vorstand des Tierschutzvereins Mittweida die Lage. „In einer konzertierten Aktion trieben wir alles an Transportboxen auf, was sich finden ließ, und spannten die Tiernothilfestellen in Leisnig, Meißen und Röhrsdorf mit ein, um die Katzen artgerecht unterbringen zu können.“

Acht der abgemagerten und völlig dehydrierten Tiere im Alter zwischen einem und sechs Jahren leben seither in der Tiernothilfe Leisnig. „Die armen Kreaturen hatten alles: hohes Fieber, Hautpilz, massive Unterernährung, keinerlei Impfungen und dazu einen Grad der Verstörung, der jetzt noch zu spüren ist“, sagt Tierheimchefin Rosi Pfumfel.

Vor allem eine ausgeprägte Form von Hautpilz macht den Vierbeinern schwer zu schaffen. „Bei Katzen eine ganz schwierige Geschichte“, so Vereinsmitglied und Pflegerin Silke Pfumfel. Dreimal täglich wäre eine Medikamentengabe nötig. Zudem müssten die Tiere regelmäßig mit einem Desinfektionsmittel gewaschen und danach die Räume keimfrei gemacht werden.

Dazu klingelt täglich das Telefon. Oft melden sich Tierfreunde, die von den Rassekatzen gehört haben und eine bei sich aufnehmen möchten. „Wir sind noch weit davon entfernt, die Tiere abgeben zu können“, sagt Rosi Pfumfel. Der schwere Verlauf der Erkrankungen habe die Tiere gesundheitlich stark angegriffen. Nach wie vor seien sie in Quarantäne. Der labile Gesundheitszustand erlaube zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch noch keine Kastration, und ohne diesen Eingriff werde kein Tier vermittelt. Die Gefahr, dass dann weiter mit ihnen nur des Geldes wegen gezüchtet wird, sei zu groß. Immerhin bringe ein Jungtier der Rasse Britisch Kurzhaar oder Karthäuser zwischen 300 und 600Euro ein. „Und man sollte sich da nichts vormachen“, so Rosi Pfumfel. „Die Tiere aus dem Schweikershainer Katzenhaus werden nie eine so robuste Konstitution erlangen, wie eine normale Hauskatze. Dafür waren die Schädigungen zu hoch.“

Derweil ächzt der Verein unter der finanziellen Zusatzbelastung, die die Versorgung der Katzen mit sich bringt. Laut Vereinschefin sind für Impfungen, Behandlungen beim Tierarzt, Medikamenten und Futter weit mehr als 1000 Euro aufgelaufen. Nicht mitgerechnet die Kastrationen, für die jeweils 80 bis 100 Euro fällig werden. „Doch kurz nach Bekanntwerden der Notlage spendete ein Ehepaar aus Döbeln spontan 300Euro“, sagt Rosi Pfumfel.

Spenden nimmt die Tiernothilfe Leisnig, Am Eichberg 11, entgegen.

Kontakt zum Tierheim unter Telefon: 034321 – 13 912 oder per Mail an: info@tierheim-leisnig.info

 

Quelle: www.freiepresse.de